Wer hat die Geschichte von Jesus Christus aufgeschrieben?

Kurze Antwort

Die Geschichte von Jesus Christus wurde von seinen Nachfolgern mündlich weitergegeben, bevor man wenige Jahrzehnte nach Tod, Auferstehung und Himmelfahrt von Jesus die Überlieferung schriftlich festhielt. Die Berichte wurden von Menschen verfasst, die zum Teil selbst Augenzeugen der Ereignisse waren (Johannes 21,24) oder auf zuverlässige Quellen aus erster Hand zurückgriffen (Lukas 1,1-4). Wie bei den Heiligen Schriften des Alten Testaments geschah das unter der Leitung des Heiligen Geistes.

Die rasante Ausbreitung der Geschichte von Jesus 

Die Geschichte von Jesus Christus bildet ein Phänomen unter vergleichbaren Geschichten des ersten Jahrhunderts. Es gab auch andere kleinere Gruppierungen des Judentums der ersten Jahrhunderte, die von ihren Anführern ebenfalls behaupteten, dass sie in besonderer Beziehung zu Gott standenDoch keine andere Geschichte breitete sich derartig rasant und kulturübergreifend aus wie die Geschichte von Jesus Christus. 

Es wurde auch nur von Jesus Christus behauptet, dass er körperlich auferstanden sei. Deshalb hatte die Geschichte von Jesus schon immer eine verändernde Wirkung auf Menschen, die daran glaubtenAls ob sie ihm begegnet wären, obwohl sie ihn nie gesehen hatten. Deshalb breitete sich die Geschichte in den ersten Jahrhunderten unseres Jahrtausends beispiellos aus. Und das, obwohl Menschen, die an Jesus gläubig wurden, größtenteils gesellschaftliche Nachteile und Widerstand von ihrer Umgebung erfahren mussten. 

Es verwundert daher nicht, dass die ersten Christen diese Geschichten irgendwann verschriftlichten. Zuvor waren sie ein paar Jahrzehnte lang hauptsächlich mündlich im Umlauf gewesen. So schreibt der Apostel Paulus, Verfasser einiger neutestamentlicher Briefe: „Was ich euch weitergegeben habe, habe ich selbst als Überlieferung empfangen. Grundlegend ist: Christus ist für unsere Sünden gestorben, wie es in der Heiligen Schrift steht. Er wurde begraben und am dritten Tag auferweckt, wie es in der Heiligen Schrift steht “ (1. Korinther 15,3-4). Die Geschichte von Jesus war also in ihren Grundzügen fest im Umlauf und wurde weitergegeben. 

 

Die Geschichte von Jesus: verwurzelt im Alten Testament 

Die Geschichte von Jesus wurde nach dem Vorbild der Heiligen Schriften der Juden aufgeschrieben. Diese lagen bereits vor und die ersten Christen waren damit vertraut unser heutigeAlteTestament. Die Lehre von Jesus Christus und die Bedeutung seines Lebens, seines Todes, seiner Auferstehung und seiner Himmelfahrt für den Plan Gottes mit dieser Welt waren im Alten Testament verwurzelt (siehe Lukas 24,27). Somit führten die Verfasser der Geschichte von Jesus keine neue Religion einSondern sie schrieben Gottes Geschichte mit der Schöpfung weiter, die im Alten Testament begann. Die alttestamentlichen Schriften entstanden aus der Überzeugung, von Gottes Geist geleitet Gottes Wort niederzuschreibenDiese Überzeugung übernahmen auch die Christen. 

Bereits wenige Jahrzehnte nach Tod, Auferstehung und Himmelfahrt von Jesus wurden die vier Schriften verfasst, die heute die zuverlässigste Quelle der Geschichte von Jesus darstellen: die Evangelien, die am Anfang des Neuen Testaments stehen. Sie wurden von verschiedenen Personen verfasst und liefern eigenständige Perspektiven auf Jesus Christus, die sich gegenseitig ergänzen. 

 

Verschiedene Blickwinkel auf die Geschichte von Jesus 

Die Evangelien sind teilweise aus unterschiedlichen Absichten heraus entstanden. Im Lukasevangelium heißt es etwa: „Schon viele haben es versucht, die Ereignisse im Zusammenhang aufzuschreiben, die Gott unter uns geschehen ließ – und zwar so, wie es uns von den Augenzeugen überliefert wurde. Die waren von Anfang an dabei und erhielten den Auftrag, das Wort zu verkünden. Auch ich bin all dem bis zu den Anfängen noch einmal sorgfältig nachgegangen. Dann habe ich mich dazu entschlossen, für dich, verehrter Theophilus, alles in der richtigen Reihenfolge aufzuschreiben. So kannst du dich davon überzeugen, wie zuverlässig die Lehre ist, in der du unterrichtet wurdest.“ (Lukas 1,1-4Hier schreibt also einer, der die Ereignisse um Jesus Christus einem anderen Menschen der Reihe nach schildern möchte. Er ist selbst kein Augenzeuge, ist jedoch „allem bis zu den Anfängen sorgfältig nachgegangen“. 

Im Gegensatz dazu ist etwa das Johannesevangelium ein Augenzeugenbericht: „Dieser Jünger ist es, der Zeuge all dieser Ereignisse gewesen ist, die er hier aufgeschrieben hat. Und wir wissen, dass alles glaubwürdig ist, was er bezeugt.“ (Johannes 21,24) Es handelt sich bei „diesem Jünger“ höchstwahrscheinlich um den Nachfolger von Jesus, der in den anderen drei Evangelien ausdrücklich namentlich als Johannes erwähnt wird. In seinem eigenen Evangelium rückt er wohl absichtlich in den Hintergrund. Auch das Matthäusevangelium stammt von einem der ersten Nachfolger von Jesus und damit einem Augenzeugen (siehe Matthäus 9,9-13). Laut Überlieferung ist zudem das Markusevangelium in enger Zusammenarbeit mit Petrus entstanden, einem der engsten Vertrauten von Jesus. 

 

Die Geschichte von Jesus verändert Leben 

Es wird deutlich: Die Verfasser der Geschichte von Jesus Christus waren Menschen, die ganz nah an Jesus dran waren. Sie waren keine unpersönlichen Roboter, die nur an nüchterner Dokumentation von Fakten interessiert waren (das wäre auch völlig utopisch). Sondern sie wollten die Geschichte von Jesus, die ihr eigenes Leben auf den Kopf gestellt hat, anderen Menschen weitergebenDamit auch sie Jesus erleben und er auch ihr Leben positiv verändert. Und weil Jesus laut seinen eigenen Aussagen durch seinen Geist in ihnen wirkte, bilden diese Schriften mehr als nur Geschichtsschreibung: Sie sind ein Teil des Wortes Gottes, mit dem Gott selbst gesprochen hat und auch heute noch spricht. 

 

Alexander Dalinger  

Informationen
Geändert am: 05.02.2024

Deine Antworten