
Wie wird der Heilige Geist noch genannt?
Kurze Antwort
Die häufigsten anderen Namen für den Heiligen Geist sind „Geist Gottes“ oder „Geist des Herrn“. Die Bibel bezeichnet den Heiligen Geist aber auch als „Geist von Jesus Christus“ (Römer 8,9) oder als „Beistand“. Außerdem wird er häufig auch im Zusammenhang mit bestimmten Eigenschaften benannt, z.B. als „Geist der Wahrheit“, als „Geist der Weisheit“ oder auch als „Geist der Gnade“.
Der Bezug zum Vater
Drei Bezeichnungen für den Heiligen Geist werden in der Bibel mit Abstand am häufigsten verwendet: Heiliger Geist, Geist Gottes oder Geist des HERRN. Im Neuen Testament wird er meist als „Heiliger Geist“ bezeichnet; im Alten Testament kommen dagegen viel öfter die Namen „Geist Gottes“ oder „Geist des HERRN“ vor. Tatsächlich kommt der Name „Heiliger Geist“ im Alten Testament nur in Psalm 51,13 und Jesaja 63,10-11 vor. Diese drei Namen machen deutlich, dass der Heilige Geist von Gott, dem Vater kommt. So betont auch Jesus gegenüber seinen Jüngern in Matthäus 10,20, dass der Geist ihres Vaters sie in schwierigen Situationen unterstützt.
Der Bezug zu Jesus
Doch nicht nur der Bezug zum Vater spielt bei der Benennung des Heiligen Geistes eine zentrale Rolle. An einigen Stellen wird auch die Verbindung des Heiligen Geistes zu Jesus beschrieben. So wird dieser z.B. in Philipper 1,19 oder Apostelgeschichte 16,7 auch als „Geist von Jesus Christus“ bezeichnet. Besonders interessant ist dabei, dass in Römer 8,9 der Heilige Geist in einem Atemzug als „Geist Gottes“ und als „Geist von Jesus Christus“ bezeichnet wird. Für die Bibel besteht zwischen diesen beiden Formulierungen offensichtlich kein Unterschied. Somit wird an dieser Stelle die Einheit zwischen Gott, dem Vater und Jesus Christus betont.
Die Eigenschaften des Heiligen Geistes
In der Bibel stehen Namen häufig im Zusammenhang mit konkreten Eigenschaften. Die unterschiedlichen Namen, die beispielsweise für Gott verwendet werden, sollen dabei seine Eigenschaften hervorheben, wie z.B. „der Allmächtige“ (Hiob 5,17), „der Ewige“ (Jesaja 40,28) oder „der Gnädige“ (Psalm 111,4). Auch der Name von Jesus hat eine spezielle Bedeutung, nämlich: Gott rettet. Ebenso ist es bei dem Heiligen Geist; es gibt eine Vielzahl von weiteren Bezeichnungen, die sich auf seine Eigenschaften beziehen. In Jesaja 11,2 wird er z.B. als „Geist der Weisheit, des Verstandes, des Rates, der Stärke und der Ehrfurcht“ bezeichnet. Paulus bezeichnet ihn in 2. Timotheus 1,7 als „Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“. Aber er wird uns auch vorgestellt als „Geist der Wahrheit“ (Johannes 14,17), „Geist der Gnade und des Gebets“ (Sacharja 12,10) oder auch „Geist der Herrlichkeit“ (1. Petrus 4,14). Mit all diesen Bezeichnungen soll deutlich gemacht werden, welche Eigenschaften typisch für den Heiligen Geist sind. Manchmal auch bewusst in Abgrenzung zu Eigenschaften, die nicht zu ihm passen. So betont Paulus in 2. Timotheus 1,7, dass wir eben nicht einen Geist der Angst empfangen haben.
Da es Gottes Ziel ist, dass der Mensch seinem Wesen immer ähnlicher wird, haben die Namen des Heiligen Geistes noch eine weitere Bedeutung: Sie beschreiben nicht nur die Eigenschaften Gottes, sondern auch das Ziel Gottes mit dem Menschen. Durch den Heiligen Geist sollen also Aspekte wie Liebe, Weisheit, Verstand oder Ehrfurcht zunehmen. Dies gilt für die Menschen, in denen durch den Glauben an Jesus Christus der Heilige Geist wohnt.
Der Beistand
Eine ganz besondere Bezeichnung für den Heiligen Geist wählt Jesus selbst in Johannes 14,26: „Der Vater wird euch in meinem Namen den Beistand senden: den Heiligen Geist. Der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich selbst euch gesagt habe.“ Auch im weiteren Gespräch mit seinen Jüngern kommt Jesus immer wieder auf den Beistand zurück. So sagt er in Johannes 15,26: „Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater her sende, wird er mein Zeuge sein. Er ist der Geist der Wahrheit, der vom Vater kommt“, und in Johannes 16,8: „Wenn dann der Beistand kommt, wird er dieser Welt die Augen öffnen für ihre Schuld, für die Gerechtigkeit und das Gericht.“ Jesus erklärt hier nicht nur, welche Aufgaben der Heilige Geist hat, sondern er wählt bewusst einen Namen aus, der das Wesen des Heiligen Geistes beschreibt.
Das ist besonders interessant, weil dieser Begriff, der hier mit Beistand übersetzt wird, auch mit Tröster, Helfer, Fürsprecher oder Ermutiger übersetzt werden kann. Jesus macht durch diese Bezeichnung also deutlich, welche Bedeutung der Heilige Geist für die Menschen hat, die an Jesus Christus glauben.
Dominik Cramer
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