
Wie wird der Heilige Geist beschrieben?
Kurze Antwort
Der Heilige Geist ist eine unsichtbare Person und Teil der Dreieinigkeit Gottes. Das griechische Wort für den Heiligen Geist, „Paraklet“, bedeutet Ratgeber, Tröster, Anwalt und Fürsprecher. Dieser Name beschreibt, welche Aufgaben er im Wesentlichen wahrnimmt: Er leitet die Gläubigen und hilft ihnen, den Willen Gottes zu verstehen (Johannes 14,26). Er schenkt Hoffnung und tritt für die Gläubigen vor Gott ein (Römer 8,26). Dadurch ist er ihnen ein Beistand in jeder Lebenslage (Johannes 14,16-17).
Der Heilige Geist als Person
Der Heilige Geist ist eine Person mit Verstand, Gefühl und einem Willen (1. Korinther 2,10-11; Epheser 4,30; Römer 15,30; 1. Korinther 12,11). Er ist jedoch nicht sichtbar und nicht an Raum und Zeit gebunden. Wie sein Name schon verrät, ist er ein Geistwesen und Teil der Dreieinigkeit Gottes – bestehend aus Vater, Sohn und Heiligem Geist. Nur wenige Male tritt der Heilige Geist in oder verbunden mit sichtbaren Elementen auf. So zum Beispiel bei der Taufe von Jesus Christus, wo er in Gestalt einer Taube auf Jesus herabkam (Lukas 3,22). Oder am Pfingstfest, als die Gläubigen erstmalig vom Heiligen Geist erfüllt wurden. Dort kam er mit einem Brausen, wie von einem starken Sturm. Die Gläubigen sahen außerdem zerteilte Zungen, wie von einem Feuer, die sich auf den Köpfen niederließen (Apostelgeschichte 2,1-4).
Der Heilige Geist als Beistand vom Vater
Vorgestellt und angekündigt wird der Heilige Geist von Jesus selbst. Jesus versprach seinen Nachfolgern kurz vor seinem Tod am Kreuz, dass er sie nicht allein zurücklassen würde. Denn er würde seinen Vater bitten, ihnen einen Beistand zu senden, der sie nie verlassen wird: den Geist der Wahrheit (Johannes 14,16-17.26). Das hier und an vielen anderen Stellen verwendete griechische Wort für den Heiligen Geist ist „Paraklet“. Es bedeutet neben Ratgeber und Tröster auch Anwalt und Fürsprecher. Der Name beschreibt nicht nur sein Wesen, sondern auch seine Aufgaben, die er wahrnimmt.
Der Heilige Geist als Lebensveränderer
Das Versprechen von Jesus wurde wahr. Der Heilige Geist kam erstmals beim Pfingstfest auf die an Jesus Christus Gläubigen und erfüllte sie (Apostelgeschichte 2,1-4). Seither erhält jeder Mensch, sobald er an Jesus Christus als seinen Retter glaubt, den Heiligen Geist (Johannes 3,5-16; Apostelgeschichte 2,38; 1. Korinther 12,13; Epheser 1,13-14). Die Bibel beschreibt es so: Der Heilige Geist nimmt Wohnung in den Gläubigen – er zieht bei ihnen ein. Es heißt, dass ihr Körper der Tempel des Heiligen Geistes ist (1. Korinther 6,19). So lebt er in ihnen (Johannes 14,17; Römer 8,9), steht ihnen bei, lehrt und leitet sie, nach der Wahrheit zu leben und Gottes Willen zu tun (Johannes 14,26; 1. Korinther 2,10-16; Römer 8,4-5.14). Mit seiner Hilfe können sie auch unterscheiden, was von Gott kommt und was nicht. Deshalb können sie der Sünde mit der Kraft des Heiligen Geistes widerstehen (Römer 8,4-5). Dazu zählen Neid, Streit, unmoralisches Verhalten und Zornausbrüche. Der Geist Gottes dagegen lässt Eigenschaften wie Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung in den Gläubigen wachsen (Galater 5,18-23). Er schenkt ein neues Leben (Galater 5,25), was sich nicht unbedingt in veränderten Umständen zeigt, sondern in einer neuen inneren Einstellung.
In schwierigen Situationen, in denen Christen ihren Glauben verteidigen müssen, wird der Heilige Geist ihnen helfen, das Richtige zu sagen (Lukas 12,12). Auch wenn sich Christen in Nöten befinden, sich schwach fühlen und nicht wissen, was sie beten sollen und wie sie ihr Anliegen in angemessener Weise vor Gott bringen können, tritt der Heilige Geist für sie ein. Er betet für sie mit Flehen und Seufzen, in einer unbeschreiblichen Weise (Römer 8,26).
Außerdem schenkt der Heilige Geist Gläubigen besondere Gaben, die sie mit seiner Kraft und Hilfe zum Nutzen und Segen für andere einsetzen können. Dazu zählen zum Beispiel das Predigen (Apostelgeschichte 2,4), Trösten und Ermahnen (Römer 12,8), Evangelisieren, Anleiten anderer im Glauben (Epheser 4,11) und das Helfen (1. Korinther 12,28).
Der Heilige Geist ist selbst der beste Helfer und Beistand, den man sich wünschen kann. Er schenkt eine unerschütterliche Hoffnung (Römer 15,13), die einen nicht verzweifeln lässt. Seine Kraft ist göttlich und deshalb grenzenlos (Apostelgeschichte 1,8).
Er ermöglicht es, dass Menschen das Evangelium von Jesus Christus überhaupt verstehen und in eine persönliche Beziehung mit Gott treten können (Johannes 16,7-8; Titus 3,4-5; Römer 8,14-16). Sie werden durch den Heiligen Geist „neu geboren“ und bekommen ein neues Leben. Wie das geht? Diese Frage hatte auch schon Nikodemus. In Johannes 3,1-21 kannst du die Antwort von Jesus darauf lesen.
Connie Waffenschmidt
Bibellesebund e. V.
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