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Wie kann der Heilige Geist heute noch wirken?
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Wie kann der Heilige Geist heute noch wirken?

Kurze Antwort

Der Heilige Geist wirkt heute auf vier Arten. Menschen kommen zum Glauben an Jesus und erleben, dass sie ein neues Leben erhalten (Johannes3,5-8). Der christliche Glaube weitet sich aus, die frohe Botschaft von Jesus wird auch in den hintersten Ecken der Welt verkündigt (Apostelgeschichte 1,8). Außerdem haben Christen Mut, auch in Verfolgung treu zu Jesus zu stehen (Lukas 12,11-12) sowie einander und den Menschen in ihrer Umgebung mit Gaben des Heiligen Geistes zu dienen (Römer 12,3-8). 

Die Apostelgeschichte ist das fünfte Buch im Neuen Testament. In diesem Buch lesen wir, wie der Heilige Geist wirkte, nachdem Jesus wieder zu Gott in die unsichtbare Welt zurückgekehrt war. Dieses Buch müsste eigentlich „Geschichte des Heiligen Geistes“ heißen, weil er es ist, der wirkte und seine Geschichte mit den Menschen damals schrieb. Christen glauben, dass das Wirken des Heiligen Geistes heute noch genauso aktuell und kraftvoll ist, wie es damals zur Zeit der ersten Christen war. Im Wesentlichen sind es vier Dinge, die der Heilige Geist damals wie heute bewirkt:

 

Menschen kommen zum Glauben an Jesus

An Pfingsten goss Gott den Heiligen Geist über die zwölf Apostel aus (Apostelgeschichte 2,1-13). Die strömten daraufhin auf die Straßen und predigten, allen voran Petrus, auf dessen Pfingstpredigt hin sich etwa 3000 Menschen zu Jesus bekehrten (Apostelgeschichte 2,14-44). Ähnliches geschah bei dem Nichtjuden Kornelius in Apostelgeschichte 10. Gemeinsam mit seiner Familie und Freunden hörte er Petrus von Jesus reden und der Heilige Geist schenkte ihnen neues Leben durch den Glauben an Jesus (Apostelgeschichte 10,45-48). Hier geschah das, was Jesus im Gespräch mit Nikodemus als „von Neuem geboren werden“ bezeichnet (Johannes 3,5). Der Heilige Geist wirkt an Menschen und „öffnet ihnen das Herz“ (Apostelgeschichte 16,14), sodass sie verstehen, dass sie Jesus Christus als ihren Retter brauchen. Das nennt die Bibel auch Bekehrung (1. Thessalonicher 1,9) oder Wiedergeburt (Johannes 3). Dass Menschen verstehen, wer sie im Lichte Gottes sind und wie sehr sie von Gott geliebt sind, das geschieht nur durch das Wirken des Heiligen Geistes.

 

Die frohe Botschaft (Evangelium) von Jesus breitet sich auf der ganzen Welt aus

Bevor Jesus zu Gott, dem Vater, in den Himmel, die unsichtbare Welt zurückkehrte, gab er den Jüngern den Auftrag, die frohe Botschaft von ihm auf der ganzen Welt zu verkünden. Das konnten sie jedoch nur in der Kraft des Heiligen Geistes tun. Jesus sagte, sie werden „die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und seine Zeugen (...) bis an das Ende der Welt” werden (Apostelgeschichte 1,8). In der Apostelgeschichte können wir lesen, wie der Heilige Geist die ersten Missionare berief (Apostelgeschichte 13,2) und wie er sie führte (Apostelgeschichte 16,6-9).

Kirchen sind also nicht das Werk von Menschen, sondern immer das Werk des Heiligen Geistes. Dass es heute überall auf der Welt Menschen gibt, die sich in Gemeinden versammeln, Gottesdienste feiern und Jesus als ihren Herrn bekennen (1. Korinther 12,3), das alles ist sichtbares Wirken des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist erfüllt damit die Verheißung an Abraham, dass in seinem Nachkommen (Jesus) alle Geschlechter der Erde gesegnet werden (1. Mose 12,3). Heute sehen wir, dass Menschen aus allen Nationen, Völkern und Sprachen (Offenbarung 7,9) Jesus anbeten. Das tun sie selbst dann, wenn sie aufgrund ihres Glaubens Schwierigkeiten und Verfolgung erleben.

 

Der Heilige Geist gibt Christen Mut in der Verfolgung  

Der Heilige Geist macht die Jesusnachfolger zu „Zeugen“ (Apostelgeschichte 1,8). Das griechische Wort für Zeuge ist „Märtyrer“. Auch das sehen wir in der Apostelgeschichte: Die ersten Christen erlebten von Anfang an, dass ihnen der Wind hart ins Gesicht blies. Wie Jesus wurden sie ausgepeitscht und vor den Hohen Rat gestellt und verhört. Dort konnten sie jedoch klug antworten, sodass die Mitglieder des Hohen Rates sich wunderten, wie Männer ohne theologische Ausbildung so sprechen können (Apostelgeschichte 4,13). Lukas, der Autor der Apostelgeschichte, betont, dass sie in der Kraft des Heiligen Geistes sprachen (Apostelgeschichte 4,8).

Hier erfüllte sich das Versprechen, das Jesus seinen Jüngern gegeben hat: Sie brauchen keine Angst zu haben, wenn sie aufgrund ihres Glaubens verhört werden. Der Geist Gottes wird durch sie reden (Markus 13,11; Lukas 12,11-12). Christen haben durch alle Zeiten erlebt, dass der Heilige Geist gerade in schwierigen Situationen und in Anfechtung bei ihnen war und ihnen den Mut gegeben hat, sich klar zu Jesus zu bekennen. Das erleben Christen auch heute noch, weil Jesus durch den Heiligen Geist immer bei ihnen ist (Matthäus 28,20). Der Heilige Geist lebt in den Christen, sie sind sein Tempel, wie es Paulus in der Bibel ausdrückt (1. Korinther 6,19). Durch den Heiligen Geist, der in den Christen wohnt, fließen dann bildlich gesprochen „Ströme lebendigen Wassers“ (Johannes 7,37-38) zu den anderen Menschen.

 

Durch den Heiligen Geist dienen Christen einander und ihrem Umfeld

Die Apostelgeschichte beschreibt, wie die ersten Christen miteinander das Leben teilten (Apostelgeschichte 2,44-45) und sich umeinander kümmerten (Apostelgeschichte 6,1-7). Dabei wird immer wieder erwähnt, dass sie das durch den Heiligen Geist taten. Paulus schreibt später in Römer 12,3-8 und 1. Korinther 12,1-11, dass Gott den Christen besondere Gaben gibt, damit sie einander und auch den Menschen in ihrem Umfeld dienen können. Dadurch lernen Menschen Jesus Christus kennen und bekommen einen Vorgeschmack davon, wie es einmal sein wird, wenn Gottes Reich auf dieser Welt zur Vollendung kommt.

 

Die Apostelgeschichte kann als ein Buch gelesen werden, in dem wir sehen, wie der Heilige Geist damals und heute wirkt. Sie ist eine Geschichte des Heiligen Geistes. Jesus lädt uns ein, Teil dieser Geschichte des Heiligen Geistes mit dieser Welt zu sein. Er will in uns wohnen und uns gebrauchen und seine Geschichte durch uns schreiben.

 

 

Prof. Dr. Tobias Schuckert, PhD

Bibel
Lehre und Theologie
Nachfolge
Geändert am: 9.1.2026

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