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Was war der Heilige Geist?

Was war der Heilige Geist?

Kurze Antwort

Der Heilige Geist war und ist für Christen die dritte Person des dreieinigen Gottes. Nach seiner Himmelfahrt hat Jesus den Heiligen Geist an Pfingsten zu seinen Jüngern gesandt (Apostelgeschichte 2,33). Er lebt in den gläubigen Christen und ermöglicht die Verbindung miteinander und mit Gott, dem Vater.

Der Heilige Geist als die dritte Person der Gottheit

Der Heilige Geist ist laut christlichem Glauben die dritte Person der Gottheit. Zusammen mit Gott-Vater und Jesus Christus, dem Sohn, bildet er die Dreieinigkeit. Auch wenn der Begriff „Dreieinigkeit“ so nicht in der Bibel vorkommt, zeigt die Bibel deutlich, dass Gott eins ist und dass doch drei Personen zugleich Gott sind. Der Heilige Geist ist Teil dieser Gottheit. Er ist nicht nur eine unpersönliche Kraft, sondern eine göttliche Person mit Verstand, Willen und Gefühlen.

Im Alten Testament begegnet er uns eher undeutlich als Geist Gottes, der zu Anfang der Schöpfung über den Wassern schwebte (1. Mose 1,2).  Immer wieder kam der Geist Gottes auch über Menschen, die einen besonderen Auftrag von Gott erhielten (z. B. Richter 6,34; 1. Samuel 16,13). Richtig nah kam der Heilige Geist den Menschen aber erst durch Jesus Christus und die Gründung der Gemeinde.

 

Wie der Heilige Geist zu den Christen kam

1. Jesus hat angekündigt, den Heiligen Geist zu senden

Wichtig ist zu verstehen, dass der Heilige Geist ganz viel mit Jesus Christus und seinem Dienst hier auf Erden zu tun hat. Zu Beginn seines Dienstes ließ sich Jesus von Johannes dem Täufer im Fluss Jordan taufen. Bei dieser Gelegenheit kam der Geist Gottes in Gestalt einer Taube vom Himmel auf Jesus herab (Markus 1,9-11). Von dem Zeitpunkt an trat Jesus öffentlich auf, heilte, lehrte und rief Menschen zur Umkehr zu Gott. Er versammelte einige Jünger um sich, die er vieles lehrte und für die er immer da war.

Als er das Ende seines Lebens kommen sah, versammelte er sie noch einmal. Er erklärte ihnen: Er wird am Kreuz für die Sünden der Welt sterben. Nach drei Tagen wird er von den Toten auferstehen und zu seinem Vater zurückgehen. Sie werden ihn dann nicht mehr sehen. Das machte die Jünger traurig (Johannes 16,5-6). Aber Jesus erklärte ihnen: Er wird sie nicht allein lassen, sondern ihnen einen „Beistand“ senden. Das sei viel besser, als wenn er selbst bei ihnen bleiben würde (Johannes 16,7). Dieser Beistand, erklärte Jesus, wird bei ihnen bleiben und sie an alles erinnern, was er sie gelehrt hat (Johannes 14,16). Jesus nannte ihn auch den „Geist der Wahrheit“, der für immer mit den Gläubigen verbunden sein wird (Johannes 14,17). Er wird ihnen helfen, „die ganze Wahrheit zu verstehen“. Er kommt von Jesus und vom Vater, der ihn gesandt hat (Johannes 16,13-15). Jesus sagte sogar: „Ich lasse euch nicht wie Waisenkinder allein. Ich komme wieder zu euch.“ Auf wundersame Weise ist in der Person des Heiligen Geistes sogar Jesus selbst gegenwärtig im Leben der Gläubigen (Johannes 14,18).

Nach seiner Auferstehung hat Jesus die Jünger angehaucht und gesagt: „Empfangt Heiligen Geist!“ (Johannes 20,22). Dies war aber mehr eine Vorbereitung auf das spätere Ereignis an Pfingsten, das wir gleich noch anschauen werden. Jesus trug seinen Jüngern kurz vor seiner Himmelfahrt auf, in Jerusalem zu bleiben, bis sie mit dem Heiligen Geist getauft werden (Apostelgeschichte 1,4-5). Dieser Heilige Geist, so erklärte er ihnen, wird dafür sorgen, dass sie Kraft haben, seine Zeugen zu sein bis ans Ende der Welt (Apostelgeschichte 1,8).

 

2. Der Heilige Geist ist die Erfüllung alttestamentlicher Prophetie

Interessant ist eine Aussage, die Jesus im Lukasevangelium macht: „Ich werde den Geist zu euch senden, den mein Vater versprochen hat“ (Lukas 24,49). Was meint er damit, dass sein Vater den Geist versprochen hat? Dafür müssen wir ins Alte Testament schauen. Im Buch des Propheten Joel verspricht Gott, dass er seinen Geist ausgießen wird (Joel 3,1-3). Auch im Propheten Hesekiel sagt Gott: „Ich gebe meinen Geist in euch und ihr werdet wieder lebendig“ (Hesekiel 37,14). Auch im wohl bekanntesten Buch des Propheten Jesaja heißt es: „Denn ich gieße Wasser auf den ausgetrockneten Boden, im dürren Land lasse ich Bäche fließen. Ich gieße meinen Lebensgeist auf deine Nachkommen und meinen Segen auf deine Sprösslinge“ (Jesaja 44,3). Es geht in diesen Stellen im Zusammenhang immer darum, dass das Volk Gottes in Schwierigkeiten steckt, meistens als Folge ihres eigenen Fehlverhaltens. Mitten in die menschliche Not hinein verspricht Gott, dass sein Geist kommen wird und Abhilfe schaffen wird.

 

3. Der Heilige Geist kam zu Pfingsten

Springen wir zurück ins Neue Testament: Jesus war zu seinem Vater zurückgekehrt. Wie von Jesus angeordnet, blieben die Jünger in Jerusalem und warteten. Am Pfingstfest (einem jüdischen Feiertag) waren sie versammelt. Plötzlich kam ein starker Wind auf, der das Haus durchwehte, in dem sie versammelt waren. Dann erschienen züngelnde Flammen, die sich verteilten und auf sie setzten. Damit waren die Jünger vom Heiligen Geist erfüllt. Als Zeichen dafür begannen sie, in fremden Sprachen zu sprechen (Apostelgeschichte 2,1-4). Besucher des Pfingstfestes aus aller Welt hörten sie plötzlich in ihren eigenen Sprachen sprechen und waren sehr verwundert (Apostelgeschichte 2,5-13). Daraufhin hielt Petrus, einer der Jünger, seine berühmte Pfingstpredigt (Apostelgeschichte 2,14-31). Darin erklärte er, dass diese Ereignisse die Erfüllung der oben erwähnten Prophetie waren (Apostelgeschichte 2,17). Petrus erklärte: Um den Heiligen Geist zu empfangen, muss man glauben, dass Jesus für die Sünden gestorben und von den Toten auferstanden ist. Von diesem Tag an wurden alle Gläubigen im Moment ihrer Hinwendung zu Jesus Christus als Retter mit dem Heiligen Geist erfüllt (Apostelgeschichte 10,47; 19,1-6). Der Heilige Geist hat die Jünger Jesu ausgestattet mit besonderem Mut, die Botschaft Jesu in aller Welt bekannt zu machen. Aus einem ängstlichen Haufen, der sich in Jerusalem versteckte, wurden mutige Bekenner, die Gottes Liebe in Wort und Tat verbreiteten.

 

Was der Heilige Geist für die Christen ist

Wie wir eben schon gesehen haben, erfüllt der Heilige Geist Christen auf besondere Weise mit Kraft und Mut, die Botschaft Jesu zu verbreiten. Aber das ist nicht das Wichtigste. Vor allem gibt der Heilige Geist den Gläubigen eine innere Gewissheit der Gotteskindschaft und der Verbindung mit Gott, dem Vater (Römer 8,14-17). Wir erfahren in der Bibel, dass er für die Gläubigen zu Gott betet, wenn sie selbst nicht mehr weiterwissen (Römer 8,26-27). Er hilft ihnen auch im Kampf gegen die eigene Sünde (Römer 8,5-6.10-13). Und er bewirkt eine tiefgreifende Veränderung, indem er ganz neue „Frucht“ im Leben der Gläubigen hervorbringt: „Der Geist dagegen bringt als Ertrag: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Güte und Großzügigkeit, Treue, Freundlichkeit und Selbstbeherrschung“ (Galater 5,22-23). Da, wo vorher Geltungssucht, Leistungsstreben oder auch tiefe Minderwertigkeitsgefühle herrschten, ist der Mensch auf einmal erfüllt mit tiefer Freude und Frieden.

Dabei zwingt der Heilige Geist aber nicht zur Veränderung. Der Gläubige ist eingeladen, sein Leben bewusst jeden Tag vom Geist Gottes bestimmen zu lassen und nicht von seinen eigenen selbstsüchtigen Wünschen (Galater 5,16). Das geschieht durch das bewusste Suchen der Gemeinschaft mit Gott im Gebet und in der Bibel. Auch geistliche Disziplinen wie bewusste Zeiten der Stille, Fasten und der Besuch einer christlichen Gemeinde helfen dabei, dieser Veränderung Raum zu geben.

Apropos Gemeinde. Das Thema Gemeinde hat auch sehr viel mit dem Heiligen Geist zu tun. Die Frucht des Geistes, also Liebe, Freude, Friede usw. sind ja alles Dinge, die erst in einer Gemeinschaft so richtig sichtbar werden. In der Sicherheit der christlichen Ortsgemeinde können Annahme und Liebe so praktiziert werden, dass Leben berührt und verändert werden – all das durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Doch laut der Bibel ist der Heilige Geist sogar noch mehr als nur die Kraft der Liebe: Der Heilige Geist ist der Urheber der christlichen Gemeinde. Durch die Hinwendung zu Jesus Christus bekommt der Gläubige den Heiligen Geist und wird dadurch gleichzeitig geistlich gesehen Teil der Gemeinde (1. Korinther 12,13). Die Gemeinde wird verglichen mit einem Körper. Jeder Gläubige wird vom Heiligen Geist diesem Körper eingegliedert und hat seine eigene, zu ihm passende Aufgabe in diesem Körper (1. Korinther 12,14-18). Dafür wird er noch speziell ausgerüstet mit den sogenannten Geistesgaben oder Gnadengaben. Das sind besondere Fähigkeiten, die der Heilige Geist allen Gläubigen gibt, damit sie in der Gemeinde ihre Aufgabe wahrnehmen können (1. Korinther 12,4-11).

Wir sehen also: Der Heilige Geist ist grundlegend für die Gemeinde. Trotzdem deutet er im Neuen Testament niemals auf sich selbst. So sehen wir nie, dass der Heilige Geist angebetet wird. Im Zentrum der Anbetung und der Gebete stehen stets Jesus Christus, der Erlöser, und Gott, der Vater, selbst. Der Heilige Geist ist derjenige, der diese Verbindung vertieft und der den Gläubigen auch ermöglicht, sich gegenseitig und andere Menschen aus reinem Herzen zu lieben.

Ich habe das selbst erlebt. Ich war als Jugendliche auf einem Seminar für Kinder- und Jugendmitarbeiter. Das Thema des Seminars war „Der Heilige Geist“. Ich war erst für kurze Zeit gläubig und hatte viel mit Minderwertigkeitsgefühlen zu kämpfen. Ich versuchte, mich durch Leistung besonders hervorzutun. So gerne wollte ich gesehen und bestätigt werden! Die tiefe Sehnsucht nach Liebe in mir brach hervor bei unserem Abschlussessen. Ich begann zu weinen. Es brach auf, was ich seit Langem falsch verstanden hatte: Ich kann und muss mir Gottes Liebe nicht verdienen. Angst kam dazu, was meine Herausforderungen zu Hause anging. Der Leiter des Seminars betete für mich. Zum Abschied gab er mir eine Karte mit folgenden Bibelversen: „Ich lasse euch nicht wie Waisenkinder allein. Ich komme wieder zu euch. Und ich werde den Vater um etwas bitten: Er wird euch an meiner Stelle einen anderen Beistand geben, einen, der für immer bei euch bleibt“ (Johannes 14,18.16). Dieser Vers – der ja oben auch schon erwähnt wurde – hat mich in dem Moment ungemein ermutigt. Ich bin nicht allein! Der Heilige Geist ist bei mir! Es gab ihn nicht nur früher irgendwann, sondern er ist die gegenwärtige Person Gottes im Gläubigen. Was für ein Trost! Wir sind nicht allein. Gott ist immer da, und zwar durch seinen Geist.

 

 

Marietta Jerkovic 

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Geändert am: 21.9.2026
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