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Was hat Jesus getan?

Was hat Jesus getan?

Kurze Antwort

Jesus, ein jüdischer Lehrer, hat Gottes Reich verkündet und Kranke geheilt. Er predigte nicht nur Liebe und Gerechtigkeit, sondern lebte es auch vor. Er ließ sich unschuldig kreuzigen, doch weil er Gottes Sohn ist, stand er drei Tage später von den Toten auf. Durch sein Wirken entstand eine weltweite Bewegung, die bis heute Menschen, Kulturen und Ethik prägt. Eines Tages wird er wiederkommen und möchte bis dahin, dass möglichst viele ihn als ihren persönlichen Retter angenommen haben. 

Es gibt fast keine Person in der Geschichte der Menschheit, die so bekannt und einflussreich war wie Jesus von Nazareth. Seit 2000 Jahren wird über ihn gesprochen, gepredigt, geforscht und kontrovers diskutiert. Dabei lebte er nur eine kurze Zeit hier auf Erden und trat nur drei Jahre in der Öffentlichkeit auf. Er schrieb kein Buch und starb am Ende einen grausamen Tod. Und trotzdem hat kein Mensch uns durch seine Taten so geprägt wie er. Diese Prägung geht bis in unser Denken, die Sprache, unsere Ethik und auch in gesellschaftliche Strukturen hinein. Sogar unsere Zeitrechnung orientiert sich an ihm. Die Frage „Was hat Jesus getan?“ führt uns also nicht nur in die historische Vergangenheit, sondern auch in die Gegenwart. Es geht um eine reale Person aus der Antike und um ihre göttlichen Taten (vgl. Lukas 4,18-19).

 

Die historische Person Jesus

Jesus wuchs in der Zeit des Kaisers Augustus (1. Jahrhundert) in dem Städtchen Nazareth in Galiläa auf, das zur römischen Besatzung gehörte. Geboren wurde er allerdings südlich von Jerusalem, in dem kleinen, unscheinbaren Örtchen Betlehem, abseits von Prunk und Reichtum in einem Stall (Lukas 2,1-7). Aufgrund einer Verschwörung des Königs Herodes musste die junge Familie die Flucht ergreifen und so kamen sie als Flüchtlinge nach Ägypten (Matthäus 2,13-15). Als Herodes starb, konnten sie in die besagte Heimatstadt der Eltern, Nazareth, zurückkehren (Matthäus 2,19-23). Neben seiner Ausbildung zum Bauhandwerker (Matthäus 13,55) wurde Jesus vor allem von den jüdischen Schriften und Lehren geprägt (Lukas 2,39-42).

In die Öffentlichkeit trat er mit ca. 30 Jahren. Sein Wirken beschränkte sich zunächst auf seinen Dienst als Wanderprediger. Er untermauerte seine Lehre durch Taten, indem er Kranke heilte und teilweise sogar Tote auferweckte. So zog er durch die Städte und Dörfer, sammelte Jünger um sich und unterrichtete diese im „Reich Gottes“.

Jesus durchlief kein tiefgehendes Studium, er hatte kein politisches Amt inne und war auch von keiner menschlichen Institution autorisiert. Und doch erkannten die Menschen, dass seine Lehre nicht nur eine Überlieferung der Tradition war, sondern dass sie zutiefst verbindlich und mächtig ist (Matthäus 7,28-29).

 

Die göttliche Person Jesus

Wie aber war es möglich, dass Jesus in dieser Macht auftrat und mächtige Dinge tat? All das konnte er nur deshalb, weil Gott ihm die Macht dafür verliehen hat und er selbst der menschgewordene Gott ist (Johannes 1,1-5 und 1,14). Damit Gott in Jesus Mensch werden konnte, wurde er vom Heiligen Geist gezeugt und von der Jungfrau Maria geboren (Lukas 1,31-35). So kam Gott als ein Mensch ohne Schuld und Sünde auf diese Erde, mit der Macht, Gutes zu tun und zu leben.

Durch Krankenheilungen, Dämonenaustreibungen und Totenauferweckungen zeigte er den Menschen seine göttliche Macht (Markus 1,32-34 und Johannes 5,36-37). Diese gebrauchte er nie willkürlich, sondern immer gezielt und aus einer Haltung der Liebe und Barmherzigkeit. Es ging ihm immer darum, nicht nur das Leid der Menschen zu lindern, sondern das Problem an der Wurzel zu behandeln. Denn die Sünde und Schuld sind es, die den Menschen zerstört. Deshalb sprach er den Menschen auch die Vergebung ihrer Sünden zu (Markus 2,5-12).

 

Die Botschaft von Jesus

Ein zentraler Bestandteil seines Tuns war das Lehren und Predigen. Hier legte Jesus den Fokus auf das Thema „Reich Gottes“. Er lehrte, dass die Herrschaft Gottes nahegekommen war und die Menschen ihr Leben entsprechend ändern mussten (Matthäus 4,17 und Markus 1,15). Er richtete diese Botschaft an alle Menschen, egal aus welcher gesellschaftlichen Schicht sie kamen oder welche religiösen Vorleistungen sie bieten konnten. Gerade diejenigen, die nichts hatten und am Boden waren, lud er zu sich ein (Matthäus 11,28-30).

Von anderen Lehrern der damaligen Zeit unterschied sich Jesus grundlegend dadurch, dass er Glauben und Tun miteinander verband und beides in Perfektion vorlebte. Er sprach nicht nur, er lebte auch das, was er sagte. So forderte er auf, selbst seine Feinde zu lieben (Matthäus 5,44) und Barmherzigkeit dem Einhalten von Geboten vorzuziehen (Matthäus 9,13). Außerdem sprach er den Kern von Problemen und Schuld an. Er machte deutlich, dass die Wurzel allen Übels im Herzen beginnt (Matthäus 5,21-22 und 15,19-20). Damit das Böse abgelegt werden kann, braucht es ein neues Herz, ein neues Leben (Johannes 3,3-6 und 3,14-18).

Im ersten Moment scheint die Lehre von Jesus sehr herausfordernd und die frohe Botschaft darin vielleicht nicht gleich erkennbar. Aber im Licht seines Todes am Kreuz wird seine Botschaft definitiv zu einer frohen Botschaft für alle Menschen. Denn darin zeigt sich eine völlig neue Realität, die es so noch nie gab und nie wieder geben wird.

 

Der Tod von Jesus

Mit der Zeit gab es immer mehr Konflikte zwischen den religiösen Führern der Juden und Jesus. Er kritisierte sie dafür, dass sie äußerlich scheinheilig auftraten, aber im Herzen voller Lug und Trug waren (Matthäus 23,23-33). Sie wiederum stießen sich daran, dass er mit Menschen Zeit verbrachte, die in ihren Augen unwürdig und voller Schuld waren (Lukas 15,1-2). Schließlich wurde Jesus nach einem Verrat durch einen seiner Freunde verhaftet (Markus 14,45-46) und in einem Scheinprozess mit falschen Zeugen wegen Blasphemie verurteilt (Matthäus 26,60-67). Dass sie damit die mächtigste Tat von Jesus einleiteten, war seinen Gegnern zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst.

Da die Juden damals nicht selbst Menschen zum Tode verurteilen durften, führten sie Jesus zum römischen Statthalter Pontius Pilatus. Dieser war jedoch nicht gewillt, Jesus zu verurteilen, da er von seiner Schuldlosigkeit überzeugt war. Um seine Gegner zu beruhigen und Jesus doch noch das Leben zu retten, ließ er Jesus foltern. Sein nackter Rücken wurde ausgepeitscht, mit einer Peitsche mit eingeflochtenen Knochenstücken und Nägeln. Diese rissen ganze Fleischstücke aus ihm heraus (Johannes 19,1-3).

Doch das reichte den Anklägern nicht. Sie wollten Jesus am Kreuz sehen. Um ihn dorthin zu bekommen, nahmen sie sogar in Kauf, einen anderen verurteilten Schwerverbrecher anstelle von Jesus freizulassen. Er hieß ebenfalls Jesus, mit Nachnamen Barabbas. Er war ein Terrorist, das krasse Gegenteil von Jesus aus Nazareth (Matthäus 27,21). Und so erteilte Pilatus am Ende doch den Befehl, den ca. 33-jährigen unschuldigen Jesus zu kreuzigen. Auf dem Hügel Golgatha wurden Jesus Nägel durch Hände und Füße an Holzbalken getrieben. Das Kreuz wurde aufgerichtet. Ein grausamer und langsamer Tod wartete auf ihn, während die Menschen um ihn herum spotteten (Matthäus 27,33-44). Bei Jesus ging der Todeskampf überraschend schnell, war aber trotzdem genauso grausam. Nach sechs Stunden war der Kampf für ihn beendet (Matthäus 27,45-51). Dabei war es doch ein besonderer Tag. Die Juden feierten das Passahfest, den Tag, an dem Gott sie aus Ägypten geführt und ihnen Freiheit geschenkt hatte.

Warum ließ Gott dieses unmenschliche Leid an seinem eigenen und einzigen Sohn zu? Weil du und ich es ihm wert sind. Jesus erlitt die Todesstrafe, die du und ich eigentlich aufgrund unserer Schuld bezahlen müssten (Römer 5,6-10). Auch uns möchte er Freiheit schenken, wie den Israeliten damals in Ägypten. Er möchte uns befreien aus Schuld, Sünden und dem Getrenntsein von Gott. Der Kreuzestod von Jesus ist ein alternativloses Angebot von Gott. Nur das Kreuz kann die Not der Menschen wenden. Deshalb war der Kreuzestod die größte und wichtigste Erlösungstat. Wie real das Böse und wie groß die Not ist, zeigt sich an den Schmerzen, die Jesus erleiden musste (Jesaja 53,2-10).

 

Der Tod wird von Jesus besiegt

Was dann geschah, hat kein Mensch kommen sehen. Dabei hätten es die Jünger von Jesus eigentlich wissen müssen (Matthäus 16,21). Jesus stand nach drei Tagen von den Toten auf. Spätestens damit bewies er, dass er Gott ist und die Schuld der Menschen bezahlt hat. Ja, sogar die Folge der Sünde, den Tod, hat er vollkommen besiegt. Denn der Tod ist das Ergebnis der zerstörerischen Macht der Sünde (1. Mose 3,17-24 und Römer 6,23). Durch die Auferstehung bewies Jesus, dass ewiges Leben möglich ist für alle, die sich von Jesus retten lassen (1. Korinther 15,20-22).

Die ersten Zeugen für die Auferstehung waren übrigens Frauen. Zur damaligen Zeit galten diese als unzuverlässig und waren juristisch nicht als Zeugen zugelassen (Matthäus 28,1-7). Wäre die Geschichte erfunden, wären Männer als Kronzeugen aufgetreten.

Vierzig Tage nach der Auferstehung hieß es wieder Abschied nehmen. Doch dieses Mal war es anders. Jesus wurde auf einer Wolke in den Himmel gehoben. Die Jünger schauten ihm hinterher, bis Engel kamen und ihnen sagten: „Ihr Männer aus Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen wurde, wird wiederkommen – genauso wie ihr ihn habt in den Himmel gehen sehen“ (Apostelgeschichte 1,11).

 

Eine weltweite Bewegung von Jesus

Normalerweise sind nach dem Verschwinden eines Anführers auch seine Anhänger nicht mehr lange da. Bei der Jesus-Bewegung war das anders. Sie kam dadurch erst recht ins Rollen. Denn Jesus lebt und handelt weiterhin. Zehn Tage nach der Himmelfahrt schickte Jesus seinen Jüngern den Heiligen Geist, der ihnen Kraft gab (Johannes 16,7-15; Apostelgeschichte 1,8) und Jesus vertrat (Johannes 14,16-18).

Dies hatte zur Folge, dass aus den verängstigten Anhängern mutige Zeugen wurden: Sie verkündeten den Tod und die Auferstehung von Jesus in der ganzen Welt (Apostelgeschichte 4,13-20).

Unabhängig davon, wie man die Ereignisse rund um Jesus bewertet, bleibt eine Sache unbestritten: Innerhalb weniger Jahre breitete sich die Jesusbewegung trotz großer Widerstände im gesamten Mittelmeerraum aus. Sie beschränkte sich nicht auf eine kleine Gruppe, sondern erreichte Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, Ethnien und sozialen Schichten auf der ganzen Welt (Galater 3,28).

Außerdem entstand ein völlig neues Menschenbild. Jesus lehrte, dass jeder Einzelne von Gott gewollt und geliebt ist (Matthäus 10,29-31). Dies hatte auch soziale Folgen. Es entstanden Gemeinschaften, die sich gegenseitig versorgten und sich um Bedürftige kümmerten (Apostelgeschichte 2,44-47).

 

Veränderung der Menschheit durch Jesus

Dort, wo die gute Nachricht von Jesus verkündigt und angenommen wurde, brachte sie weitreichende positive politische, soziale und kulturelle Veränderungen mit sich. Die Abschaffung der Sklaverei, die Einführung von Menschenrechten und der Aufbau diakonischer und karitativer Einrichtungen geschahen dort, wo sich Menschen auf Jesus ausgerichtet haben. Wurden Frauen vorher weitestgehend nur als rechtlose Objekte behandelt, so erhob schon die erste Gemeinde die Ehefrauen zum Gegenüber des Mannes. Sie sollten nicht ausgenutzt, sondern geliebt werden, so wie Jesus die Gemeinde liebt (Epheser 5,25). Mit der Zeit wurde Bildung für alle Gesellschaftsschichten zugänglich gemacht und Waisenhäuser gegründet. Das alles hat vorher kein Weltherrscher geschafft. Außerdem sind viele technische Errungenschaften auf Christen zurückzuführen. Auch in Kunst und Kultur wurde die Botschaft von Jesus weitergetragen, zum Beispiel durch Johann Sebastian Bach oder Felix Mendelsohn.

Über die gesamten 2000 Jahre wurde immer wieder versucht, der Jesus-Bewegung ein Ende zu setzen. Bis heute werden Menschen verfolgt und getötet, weil sie Jesus nachfolgen. Diesem Schicksal erlag zum Beispiel Dietrich Bonhoeffer. Doch ein Ende wird es nicht geben, denn Jesus ist heute noch lebendig und hat das Heft des Handelns in der Hand (Hebräer 13,8). Sein Tun wird nie zu Ende gehen (Jesaja 9,5-6 und Philipper 2,9-10).

 

 

Heiko Sawatzky

Gemeinde für Christus

Informationen

Geändert am: 9.10.2026
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