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Warum nennt man Jesus auch Christus?
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Warum nennt man Jesus auch Christus?

Kurze Antwort

Jesus wird Christus genannt, weil er einzigartig war. Sein Leben und seine Taten unterschieden ihn von allen anderen Menschen. Christus ist ein Titel, der diese Besonderheiten deutlich macht. Jesus war schlicht Mensch und Gott zugleich. Weil er eine einzigartige Person ist, lebte er ein einzigartiges Leben und tat Dinge, die für andere Menschen unmöglich waren.

Was bedeutet der Begriff Christus?

Christus ist ein Titel und kein Nachname. Mit dem Begriff Christus werden im Neuen Testament die Person und Taten von Jesus beschrieben.

Der Begriff Christus ist griechisch und eine Übersetzung des hebräischen Begriffs „Maschiach“. Er bedeutet „der Gesalbte“. In vielen deutschen Bibeln wird „Christus“ mit „Messias“ wiedergegeben.

 

Durch die Bezeichnung von Jesus als Christus im Neuen Testament wird eine Verknüpfung zum Alten Testament aufgebaut. Menschen, die im Alten Israel mit Öl gesalbt wurden, waren besonders. Durch die Salbung wurde ihr besonderer Stellenwert öffentlich anerkannt. Gleichzeitig wurde von ihnen ein Leben erwartet, das sie auch von der allgemeinen Bevölkerung abgrenzte. Im Alten Testament werden drei Personengruppen genannt, die gesalbt wurden: Könige (1. Samuel 16,1-13), Priester (2. Mose 30,30-33) und Propheten (1. Könige 19,16).

Wer verstehen will, was Christus bedeutet, muss sich mit der Bedeutung dieser drei Personengruppen im Alten Testament auseinandersetzen.

 

Der Hintergrund im Alten Testament

Ein König übernahm vor allem eine politische Funktion. Er achtete darauf, dass in seinem Reich ein gutes Leben möglich war. Dabei ging es vor allem um die menschlichen Grundbedürfnisse: Schutz vor Feinden und eine ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln. Im Alten Testament werden aber auch besondere Anforderungen an einen König formuliert. Ein König in Israel musste, unter anderem, von Gott für die Aufgabe bestimmt sein (5. Mose 17,15) und sein Leben lang intensiv das Gesetz, das Gott durch den Propheten Mose übermittelt hat, lesen (5. Mose 17,19).

 

Ein Priester übernahm eine besondere religiöse Aufgabe, indem er zwischen den Menschen und Gott vermittelte. Sie hatten die Aufgabe, den Menschen zu erklären, welche Bedeutung der Glauben für das alltägliche Leben hat und wie sie sich entsprechend verhalten sollten (3. Mose 10,10-11). Wenn Menschen versagten und die Gebote Gottes brachen, hatten Priester die Aufgabe, zwischen Gott und Mensch zu vermitteln. Sie opferten unterschiedliche Tiere, um so die Beziehung zwischen Gott und Menschen wieder in Ordnung zu bringen.

 

Ein Prophet erfüllte sein Amt, indem er predigte und Menschen mit Gottes Willen konfrontierte. Ein Prophet oder eine Prophetin begegnete den Menschen im Alltag und verkündete den Willen Gottes für die jeweilige, konkrete Lebenssituation. Wer in das Prophetenamt berufen wurde, hatte damit auch die Aufgabe, ermutigende und gute Nachrichten weiterzugeben oder Menschen zu kritisieren und herauszufordern.

 

Der Begriff Christus im Neuen Testament

Mit dem Begriff Christus wird Jesus im Neuen Testament als gesalbter König, Priester und Prophet vorgestellt. Die Person Jesus vereint alle drei Personengruppe in sich.

Als Jesus auf wundersame Art und Weise einer großen Gruppe von Menschen zu essen gab, wollten sie ihn zum König machen (Johannes 6,15). Gleichzeitig waren seine Predigten so kraftvoll, dass sie ihn auch als Prophet anerkannten (Johannes 6,14). Menschen, die die vielen Wunder von Jesus sahen und seine Predigten hörten, waren begeistert und irritiert. Er war so anders, dass sie ihn nicht einfach in eine Kategorie einordnen konnten (Markus 8,27-28). Also fragte Jesus seine Jünger, die über Jahre mit ihm unterwegs waren, für wen sie ihn hielten. Petrus sagte: „Du bist der Christus.“ (Markus 8,29)

 

Die Antwort von Petrus war ein Glaubensbekenntnis. Er erkannte an, dass Jesus eine von Gott beauftragte Person war. Er war König, Priester und Prophet. Jesus füllte seine Rollen aber anders aus, als viele seiner Mitmenschen es erwarteten. Er verstand sich nicht als kriegerischer Herrscher, der politische Ungerechtigkeit mit Gewalt überwand. Er war gewaltlos und stattdessen bereit, für seine Mitmenschen Gewalt zu erleiden (Markus 8,31). Jesus wurde schließlich für sein Reden und Handeln zum Tode verurteilt (Lukas 22,71). Als er gekreuzigt wurde, hing über ihm ein Schild mit der Aufschrift: „Das ist Jesus, der Juden König.“ (Matthäus 27,37) An anderen Stellen im Neuen Testament wird dann ein direkter Bezug zwischen der Kreuzigung und dem Dienst der Priester hergestellt: Jesus ist der Christus, der als fehlerloses Lamm geopfert wurde (1. Korinther 5,7; 1. Petrus 1,18-19).

 

Mit „Jesus“ wird also die historische Person benannt, mit „Christus“ seine religiöse Bedeutung bekannt. Der gesamte christliche Glaube hängt an der Person und den Taten von Jesus. Sie sind untrennbar miteinander verbunden. Die Identität von Jesus ist der alles entscheidende Punkt. Wenn Jesus der Christus ist, dann ist mit ihm und durch ihn der Himmel auf die Erde gekommen. Für Christen gilt: Entweder ist Jesus der Christus, der Messias, oder er ist schlicht unbedeutend.

 

 

Dr. Jürgen Schulz

Theologisches Seminar Adelshofen (www.TSAdelshofen.de)

Geändert am: 21.1.2026

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