
Gibt es Belege zur Auferstehung von Jesus?
Kurze Antwort
Die Bibel nennt uns einige Indizien für die Auferstehung von Jesus Christus, z. B. das leere Grab und die Tatsache, dass Hunderte Menschen Jesus nach seinem Tod begegnet sind. Auch der Mut und die emotionale Kehrtwende der Nachfolger von Jesus, die durch die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus entstanden, sind starke Argumente für die Auferstehung von Jesus Christus.
Im Folgenden wollen wir uns detailliert mit den wichtigsten Belegen rund um die Auferstehung Jesu beschäftigen. Dabei fangen wir ganz vorne an, indem wir zuerst fragen, ob Jesus tatsächlich gestorben ist. Danach gehen wir der Frage nach, ob das Grab von Jesus wirklich leer war, und zuletzt, ob Jesus nach seiner Auferstehung gesehen wurde.
Ist Jesus gestorben?
Damit eine Auferstehung stattfinden konnte, muss Jesus Christus auch wirklich gestorben sein. Deshalb wollen wir zuerst die Belege für seinen Tod prüfen. Der Tod von Jesus am Kreuz auf Golgatha ist in allen vier Evangelien aufgeschrieben und festgehalten (Matthäus 27,45-61, Markus 15,33-47, Lukas 23,44-56 und Johannes 19,28-42). Zudem gibt es außerbiblische Quellen, wie die Schriften der Historiker Flavius Josephus und Publius Cornelius Tacitus, welche um 100 n. Chr. über die Ereignisse schrieben und die Kreuzigung von Jesus Christus durch Pontius Pilatus erwähnen.
Im Vorfeld der Kreuzigung wird von einer Anklage, mehreren Richtern und schließlich einem Urteil berichtet. Pontius Pilatus verurteilte Jesus Christus zum Tod am Kreuz. Die Todesstrafe selbst durfte nur durch die römische Besatzungsmacht ausgeführt werden. Es waren also römische Soldaten, die die Aufsicht führten. In den Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas ist festgehalten, dass ein Hauptmann anwesend war, der selbst bezeugte, dass Jesus der Sohn Gottes war.
Neben Jesus wurden zwei Verbrecher gekreuzigt. Ihnen wurden die Beine gebrochen, damit sie schneller starben (Johannes 19,31-33). Doch Jesus brachen die Soldaten nicht die Beine, weil sie erkannt hatten, dass er schon tot war. Um sicherzugehen, stachen sie mit einer Lanze in seine Seite. „Da flossen Blut und Wasser heraus“, berichtet die Bibel (Johannes 19,34). Das ist medizinisch kein eindeutiger Beweis für den Tod, aber ein Indiz. Es könnte sich hier um die Blutseparation nach dem Tod handeln. Dabei trennt sich das Blut in ein Serum und rote Blutkörperchen.
Fest steht: Die Soldaten kannten sich mit dem Tod aus. Ob durch Kämpfe mit Feinden oder Aufständischen oder durch weitere Kreuzigungen: Der Tod war ihr Alltagsgeschäft. Zudem unterlag es ihrer Verantwortung, dass die Verurteilten auch die entsprechende Strafe bekamen. War dies nicht der Fall, konnten sie selbst mit dem Urteil des Gefangenen bestraft werden, in diesem Fall mit dem Tod. Sie hatten also ein großes Interesse daran, sicherzustellen, dass Jesus wirklich tot war.
War das Grab wirklich leer?
Wenn Jesus also gestorben ist, dann musste er begraben werden. Die Bibel berichtet über diese Ereignisse. Auch hier ist davon auszugehen, dass die Römer und Pharisäer streng darauf geachtet haben, dass alles mit rechten Dingen ablief. Schließlich sollte Jesus tot bleiben. In allen vier Evangelien wird berichtet, dass Frauen das Grab Jesu nach der Grablegung aufsuchten (Matthäus 28,1-10, Markus 16,1-8, Lukas 24,1-12, Johannes 20,1-10). Das Grab von Jesus war zuvor mit einem großen Stein verschlossen worden und wurde von Soldaten bewacht. In allen Evangelien ist nachzulesen, dass das bewachte und verschlossene Grab plötzlich offen und leer war. Aus der Sicht der Pharisäer war die Lage völlig klar. Wie in Matthäus 28,11-15 beschrieben wird, bestachen sie die Wachen. Diese sollten die Nachfolger von Jesus beschuldigen, den Leichnam gestohlen zu haben. Dieser Punkt macht vor allem eines deutlich: Die Pharisäer hatten den Leichnam von Jesus nicht. Ansonsten hätten sie der ganzen Auferstehungsgeschichte einen Strich durch die Rechnung machen können. Aus Sicht der Wachen war dieses Vorgehen allerdings problematisch, da sie selbst mit dem Tod rechnen mussten, weil sie den Leichnam nicht gründlich bewacht hatten. Offensichtlich wussten sie also auch nicht, wo der Leichnam war, sonst hätten sie ihre Unschuld beweisen können. Trotz der drohenden Todesstrafe entschieden sie sich dafür, das Geld anzunehmen – vielleicht erhofften sie sich davon einen möglichen Ausweg.
Einzig die Jünger selbst hätten den Leichnam wirklich stehlen können, um die angekündigte Auferstehung vorzutäuschen. Doch ein entsprechendes Verhalten ist nicht in den Evangelien und der Apostelgeschichte nachzulesen und wäre aus mehreren Gründen äußerst unwahrscheinlich. So waren die ersten Zeugen Frauen. Zur Zeit des Neuen Testaments galten Frauen in Rechtsangelegenheiten nicht als Zeugen. Daher weist dieser Punkt daraufhin, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, denn niemand hätte Frauen als Zeugen angegeben, wenn er sich die Begebenheit ausgedacht hätte. Zweitens sind die Emotionen der Jünger entscheidend. Basierend auf den Evangelien versteckten sich die Jünger (Johannes 20,19) vor Angst und glaubten nicht, als die Frauen von ihrem Erlebnis berichteten. Selbst Johannes und Petrus, die selbst am Grab waren, verstanden die Situation nicht. Wenn das Ganze nun eine Verschwörung gewesen wäre, wären sie selbstbewusster und direkter aufgetreten, weil sie wussten, was passiert war. Fraglich ist auch, ob die Wahrheit nicht in einem Verhör ans Licht gekommen wäre. Einer der Jünger hätte gereicht, um den Komplott zu entlarven. Stattdessen sterben der Tradition nach elf von zwölf Jüngern eines unnatürlichen Todes. Niemals wären sie für etwas gestorben, was sie sich selbst ausgedacht hatten.
Wurde Jesus gesehen?
Wenn Menschen Jesus nach seinem Tod begegnet sind, muss er wirklich auferstanden sein. Die Bibel beschreibt, dass weit über 500 Menschen Jesus nach der Auferstehung gesehen haben. Angefangen bei Maria von Magdala: Sie begegnete Christus noch am Grab und sprach sogar mit ihm (Johannes 20,11-18). Weiter wird von zwei Jüngern berichtet, die auf dem Weg nach Emmaus waren. Sie sprachen über das, was in den vergangenen Tagen passiert war, als Jesus selbst zu ihnen trat. Sie erkannten ihn zunächst nicht. Der unbekannte Wanderer erklärte ihnen die Zusammenhänge der Bibel und begründete das Sterben von Jesus. Am Ende erkannten sie Jesus, als er für ihr Essen dankte. Plötzlich war er nicht mehr zu sehen und sofort liefen sie zurück nach Jerusalem. Kurz darauf erschien Jesus auch Petrus und Johannes und auch allen zwölf Jüngern gleichzeitig. Er aß und trank mit ihnen. Er zeigte Thomas sogar seine Wunden und bot ihm an, sie zu berühren.
Der Apostel Paulus beschreibt zudem, dass 500 Personen gleichzeitig Jesus begegneten (1. Korinther 15,3-8). Sogar Paulus selbst begegnete Jesus in einem hellen Licht und hörte seine Stimme (Apostelgeschichte 9,3-8). Bei vereinzelten Personen kann es durchaus sein, dass Halluzinationen oder Manipulation vorliegen. Doch gerade, wenn es um die Erscheinung von Jesus vor den 12 Jüngern geht und bei 500 Personen gleichzeitig sind wissenschaftliche Erklärungen an ihrem Ende.
Zuletzt ist auch die emotionale Veränderung der Jünger ein starkes Indiz für die Auferstehung. Die am Anfang verängstigten Jünger waren Jesus begegnet und die Folge ist, dass sie mit Mut auftraten und sein Evangelium weitererzählt hatten. Die Begegnung mit Jesus, dem Auferstandenen, hatte ihre Emotionen sortiert und ihnen Kraft gegeben.
Wir können heute nicht mehr die Augenzeugen befragen, so wie es Paulus uns vorschlägt, allerdings dürfen wir den Indizien folgen, die wir in der Bibel finden, und daran glauben, dass Jesus tatsächlich tot war und wieder auferstanden ist.
Jonathan Klein
Student am Theologischen Seminar Rheinland (TSR)
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